Anime Review: Fate/Stay Night Unlimited Bladeworks (mit Spoiler)

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Es ist nun soweit: Nachdem ich die erste Staffel beendet und die 12 + 1 Folge(n) analysiert habe, war diese Review mehr als nur fällig. Um eine Frage im Vorhinein zu beantworten: Ja, ich habe bei den Episodenreviews (etwas) Nitpicking gemacht. Trotzdem ändert dies nur ein paar Details in meiner Gesamtbewertung. Aber legen wir doch einmal los.

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Story:
Fate/Stay Night UBW erzählt die Story von Rin Tohsaka und Shirou Emiya, die den Krieg um den heiligen Gral gewinnen müssen, indem alle anderen Master (inklusive Shirou oder Rin) aus dem Krieg ausscheiden. Dazu müssen diese entweder sterben oder alle ihre Befehlszauber aufbrauchen. Hat man dies geschafft, kann man den heiligen Gral anfassen und sich einen Wunsch erfüllen lassen.

Daraus kann man schlussfolgern, dass es sich um einen Survival Anime handelt. Leider hat FSN UBW alle Schwächen, die ein Survival Anime haben kann: Es gibt random Treffen zwischen den Mains und Antagonisten, die Charaktere bekommen Asspulls, um nicht zu früh zu sterben oder sterben ohne irgendein Developement, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass Rin oder Emiya gewinnen und der andere von beiden lediglich seine Befehlszauber verschwenden wird usw.
Abgesehen vom Survival Setting gab es enorm viel Slice of Life, was aber nur zur Unterhaltung und nicht zum Plot beigetragen hat.

Was mich aber am meisten gestört hat, sind zwei Dinge:

Erstens: Das Pacing. In der gesamten ersten Hälfte gab es nichts weiteres als Introduction. Gut, Rider ist gestorben und Emiya hat keine Kontrolle mehr über Saber. Ansonsten wurde die Story aber null vorangetrieben und wir haben nur die Sichtweise von Emiya und Rin gesehen. Versteht mich nicht falsch, FMAB und Monster brauchen auch etwas Zeit, um in Fahrt zu kommen, aber diese Anime bauen auch eine komplexe Handlung auf. Was macht FSN? Richtig, es stellt die Master/Servants und ihre Fähigkeiten vor. Man hätte die gesamte erste Staffel locker in 3-4 Folgen packen und dafür mehr Story/Character Developement einbauen können.

Zweitens: Das Writing. Enorm viele Stellen waren extrem unglaubwürdig, vieles wurde nur am Rande oder gar nicht erklärt und man konnte nahezu immer vorhersehen, wie die nächste Episode ausgehen wird. Um etwas Gutes zu erwähnen: Es gab ein paar Foreshadowings, auf die auch eingegangen wurde. Allerdings war es extrem unglaubwürdig, wenn der Main genau zu Zeitpunkt x auf Charakter x trifft, ihn nicht besiegen kann und Charakter x sich danach wieder zurückzieht, weil Anime. Ein Beispiel wäre der Kampf gegen Illya und Berserker. Warum haben Emiya und Rin sie genau zu dem Zeitpunkt getroffen? Bis auf den Kampf hatte Illya die gesamte Staffel rein gar nichts gemacht. Und wie der Kampf gelaufen ist? Archer und Saber benutzen ihre Noble Phantasms, welche Berserker überhaupt nicht geschadet haben. Anstatt die beiden auszulöschen und ihrem Ziel näher zu kommen, zieht sich Illya lieber zurück. Außerdem waren die Stärkeverhältnisse extrem unbalanciert. Rider war so schwach wie Emiya, Berserker war durch sein Noble Phatasm unsterblich und hätte schon lange gewinnen können, Kuzuki könnte sogar Servants wie Saber besiegen und Caster könnte, wenn die anderen Teams noch lange schlafen, den heiligen Gral beschwören und sogar Berserker erledigen.

Zudem hat mich das Strorytelling gestört. Emiya und Rin sind im Vordergrund und alle anderen sind die “bösen” Typen, die die ganze Zeit im Hintergrund schlafen. Mit Ausnahme von Caster, die die Lebensenergie der Menschen in Mana umwandeln will.

Die Story hatte allerdings ein paar gute Dinge. Zum einen gibt es die erwähnten Foreshadowings und einen Buildup um Archer, zum anderen bietet sie viele Kämpfe an, die gut Unterhalten, auch wenn sie immer vorhersehbar ausgehen.

Alles in allem liegen die Hauptmackel der Story im lückenhaften Writing, dem lahmen Pacing und der einseitigen Erzählweise. Anstatt einen komplexen Plot aufzubauen, verschwendet der Anime lieber Zeit mit unnötigen Slice of Life-Einlagen und vorhersehbaren Kämpfen. 4/10

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Charaktere:
Fate/Stay Night hat genau die richtige Größe für einen Cast: Er war weder zu überfüllt noch zu klein. Allerdings gab es kaum gute Charaktere. Kirei und Archer waren interessant, ansonsten gab es nur einseitige, teilweise sogar richtig nervige Charaktere. Die ganzen Schultussen, Illya’s Butler, Emiya’s Pflegemutter(?) und Sakura haben gar nichts zum Plot beigetragen und waren nur da, wobei Sakura eventuell noch interessant werden könnte. Allerdings hat Sakura mit “Senpai” gespammt und sieht wie eine Silent aus. Aber welche Charaktere gibt es denn sonst noch?

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Archer erscheint zwar sehr eindimensional, hat aber eine Vergangenheit, die im Laufe der Geshichte aufgedeckt wird. Er meint, man soll nur für sich kämpfen, da man am Ende sowieso stirbt und hat dazu eine passende Vergangenheit, auf die hoffentlich noch mehr eingegangen wird.

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Dann gibt es Charaktere wie Rin, die man einfach nur hassen kann. Sie bietet enorm viel Fanservice an und ist ansonsten nur da, um mit Emiya geshippt zu werden. Ihre Entscheidungen sind so dämlich, dass ich mich jedesmal über sie aufrege.

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Emiya hingegen will einerseits in die Fußatapfen von Kiritsugu treten und ein weiteres Chaos verhindern, da er selbst Opfer der Macht des Grals war, wird aber andererseits immer nerviger. Er ist der Charakter, der immer nett ist und sich zugunsten anderer entscheidet. Zu Beginn fand ich seine Beweggründe noch interessant, allerdings trifft er oft enorm dämliche Entscheidungen und ist unnatürlich nett. Ansonsten würde ich ihn dem unteren Durchschnitt zuordnen.

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Saber handelt viel klüger, ist aber ansonsten sehr eindimensional. Sie ist einfach nur eine coole Kuudere, die Emiya um jeden Preis beschützen will.

Die anderen Servants und Master waren ebenfalls sehr flach. Caster ist der gierige Schurke, Kuzuki der supercoole, mysteriöse Antagonist, Berserker das hirnamputierte Muskelmonster, Illya die verwöhnte Yandere, Assassin der weise Schwertkämper und Shinji der gestörte, besessene Typ.

Die Charaktere sind insgesamt sehr flach und handeln selten nachvollziehbar. Einige haben interessante Ansätze, die aber zu sehr in den Hintergrund gerrückt werden und Charakterentwicklungen gab es bisher noch keine. 4/10

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Optisches:
Auch hier hat sich Ufotable mal wieder viel Mühe gegeben: Sowohl der Zeichenstil als auch die Animationen sind gut.

Der Zeichenstil ist sehr detailiert, kontrastreich und passt zur Atmosphäre. Während die Charaktere immer sehr schöne Proportionen haben, sind die detailierten Hintergründe immer wunderschön und passend. Das einzige, das mich dann doch gestört hat, waren Gesichter von der Seite. Abgesehen davon sagt ich den Zeichenstil zu.

Die Animationen sind sehr flüssig. Hier zeigt sich FSN UBW von der stärkeren Seite. 7/10

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Musik:
Das Ending fand ich ganz okay, das Opening mies. Die OSTs hingegen waren ganz gut und passten auch zur Stimmung. 6.5/10

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Fazit:
Ich verstehe den Hype um die Serie einfach nicht. Klar, die Animationen und der Zeichenstil sind enorm gut und auch die OSTs gefallen mir, aber story- und charaktertechnisch ist Fate/Stay Night UBW einfach nur schlecht. Es passiert nahezu nie etwas und die Charaktere treffen oftmals richtig dumme Entscheidungen, wie zum Beispiel die Mains entkommen lassen, weil Anime. Ansonsten ist die Story an vielen Stellen enorm konstruiert und lässt viele Erklärungen aus. Was Stärkeverhältnisse angeht, kassiert der Anime einen zusätzlichen Minuspunkt. Manche Servants hätten den Krieg schon längst beenden können, aber ihre Master wollen ja “ein wenig länger mit den Schwächeren herumspielen”. Ist ja nicht so, dass es um das Schicksal der Welt geht. Deswegen ist mehr als eine 5/10 nicht drinnen.

Und jetzt dürfte ich alles gesagt haben, das es zu sagen gibt. Die Frage der Woche: Wie steht ihr zu Fate?

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4 thoughts on “Anime Review: Fate/Stay Night Unlimited Bladeworks (mit Spoiler)

  1. Also ich finde Fate auch nur ganz ok. ich habe so oder so schon Schwierigkeiten mich mit Serien anzufreunden, die so gehyped wurden. Deswegen habe ich mich anfangs auch gegen AOT gesträubt, wobei ich das inzwischen sehr mag. Im Prinzip gibt es bei solchen Serien meiner Meinung nach meistens ein Problem: Der Hype ist so groß, dass die eigentliche Serie damit kaum mithalten kann. Vielleicht wäre Fate so ohne den Hype besser geworden, da die Serie keinen Hype standhalten hätte müssen…

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    • Stimmt, an sich sind Hypes ja nichts schlechtes, nur bekommt man dadurch Erwartungen, die sich nur schwer erfüllen lassen. Auch ohne Hype hätte ich dieselbe Meinung über dem Anime, da ich mich an vielen Stellen aufgeregt habe. Attack on Titan hat mich anfangs auch gestört, ich finde es mittlerweile aber okay. Ich fand den Anime einerseits etwas stumpf, andererseits hat er mich aber gut unterhalten.

      Liked by 1 person

    • Es gibt durchaus gute Serien mit Hype wie Death Note oder FMA, aber man kann schon sagen, dass verhältnismäßig eher die falschen Werke eine hohe Bekanntheit erlangen. Allerdings sollte man versuchen, seine Erwartungshaltung ziemlich neutral zu halten oder wenigstens nicht in die Wertung einfließen zu lassen, um einen Titel nicht unnötig mehr zu bestrafen, nur weil viele andere Leute den Anime mögen.

      Zu dieser neuen Fate-Serie kann ich nicht viel sagen. Ich habe nach der Folge, in der das Loli baden gegangen ist (beste Szene!), nicht weitergeschaut. Es war einfach zu öde, was ich nach dem Prolog schon hätte wissen müssen. Da hatte Fate/Zero damals noch mehr geleistet.

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      • Stimmt, in meiner Top 10 befinden sich auch ein paar Hypeserien und an sich finde ich Hypes etwas Gutes, nur, wie du sagst, bekommen einfach die falschen Werke oder die richtigen Werke aus den falschen Gründen viel Aufmerksamkeit. Higurashi zB wird hauptsächlich wegen den Psycholachen und der Violence gehyped. Ich habe meine Erwartungen und meine kritische Einstellung gegenüber dem Hype nicht mithineinfließen lassen, ich habe aber zugegeben an den Episodenreviews manchmal etwas genitpickt. Ansonsten stehe ich Hypeserien auch immer neutral gegenüber.

        Den Prolog fand ich extrem in die Länge gezogen und langweilig. Auch ansonsten ist bisher gar nichts Weltbewegendes passiert. Fate/Zero gefiel mir ein Stück besser.

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