Anime Review: Kemono No Souja Erin (Spoilerfrei)

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Vorgeschichte:
Durch einen meiner Lieblingsreviewer bin ich auf diesen Anime gekommen. Er hat ihn sehr hoch bewertet und oft gelobt, wenn nicht sogar gefanboyed. Weil ich seine Kritiken nachvollziehbar finde und er einen guten Geschmack hat, wollte ich mir den Anime ebenfalls anschauen und mir ein Bild davon machen. Allerdings waren besonders die ersten Folgen sehr zäh, da mir das Pacing zu lahm war und die Story episodisch erzählt wurde. Auch der kindliche Stil der Serie schreckte mich ab. Deswegen pausierte ich den Anime eine Zeit lang. Nach einiger Zeit nahm ich ihn wieder auf und erlebte einen richtig krassen Plot Twist. Danach nahm die Spannung wieder ab und ich zögerte den Anime wieder hinaus, bis ich ihn ein zweites Mal aufs Eis gelegt hatte. Dann allerdings wurde ich durch einen meiner Kommentierer zu einem dritten Anlauf ermutigt. Diesmal nahm das Niveau der Serie um einiges zu: Die Rahmenhandlung schreitete etwas voran, Erin hatte ein geniales Development und es gab einen weiteren genialen Plot Twist. Nach dem zweiten Timeskip nahm das Niveau der Serie rapide zu und ich musste den Anime suchten, bis ich schließlich zum jetztigen Zeitpunkt angelangt bin:

Ich habe mir heute die letzten 5 Folgen durchgesuchtet und dadurch gleichzeitig meine morgige Klausur (welche ich heute mit einem guten Gefühl geschrieben habe) vernachlässigt. Aber selbst falls ich sie verhauen würde, wäre es das Wert (Niemals mich als Vorbild nehmen, was das Lernen angeht!), denn Kemono No Souja Erin ist einer der wenigen Anime, bei denen ich die Tränen verkneifen musste. Klar, sowas kann jeder dahergelaufene Random sagen, aber ich glaube, man könnte mir schon zutrauen, dass ich nicht leicht zu beeindrucken bin, was das deprimiert sein wegen Anime angeht. Erin war einerseits so traurig, weil das Ende so schön war und die ganzen Erinnerungen nochmal hochgekommen sind und andererseits war das Gefühl, diesen großartigen Anime hinter mir zu haben, wirklich deprimierend.

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Story:
Erin gehört zu den Anime, deren Schwächen man nach nur wenigen Episoden bereits erkennen kann:

Die kindliche (nicht kindische!) Art des Animes kann anfangs sehr befremdend wirken und der Anime braucht wirklich verdammt lange, um einen wirklich zu packen. Er ist eben verdammt langsam, was das Pacing betrifft, was sich extrem negativ auf die Motivation auswirken kann. Aber eines kann ich garantieren: Alles nach Folge 30 ist verdammt genial! Außerdem bemerkt man erst spät, wie durchdacht die Story eigentlich ist, und dann hat man das Gefühl, dass alles schneller vorbeigeht als einem lieb ist.

Eine andere Schwäche sehe ich darin, dass es einige Klischees und momente gibt, die konstruiert wirken. Erin ist halt der Hauptcharakter und das merkt man ab und zu leider.

Aber so viel zu den Schwächen, wer bei den ersten 29 Folgen gut aufgepasst hat, wird mit gutem Writing belohnt: Die Story ist verdammt gut durchdacht. Während die erste Hälfte eher mit der Rahmenhandlung, Symbolen mit der Natur oder Tieren, Foreshadowings oder Build-Ups plottet, kümmert sich die zweite Hälfte um die Verlinkung zwischen Erin’s Handlungsstrang und der Rahmenhandlung. Dabei wird die Story immer interessanter und hat immer mehr Plot Twists, welche für Spannung sorgen. Abgeschlossen wird der Anime mit einem guten Ende. Es war zwar kein super genialer Mindblow wie in Paranoia Agent und keine Message wie bei Texhnolyze oder im Chimera Ant Arc, aber es war definitiv ein Stück besser als das Ende von Fullmetal Alchemist: Brotherhood. Auf jedenfall war ich damit zufrieden und es hat zum Anime gepasst.

Etwas weiteres Positives an Kemono No Souja Erin sind die einzigartigen Gefühle, die der Anime hervorbringt. Diese gehen von beruhigenden, niedlichen Mutter-Kind-Bindungen bis hin zu Mitleidsgefühlen und Trauer, wenn ein Charakter stirbt. Der Anime schafft es halt, gutes, glaubwürdiges Drama zu machen, was für Anime generell relativ selten ist. An einigen Momenten ist er sogar zum mitfiebern spannend.

Insgesamt ist die Story sehr langsam, weil sie sich eben Zeit nimmt, eine gut geschriebene Handlung und gute Charakterentwicklungen aufzubauen. Dabei schafft es der Anime, einen mit schockierenden Plot Twists zu flashen und für wirklich glaubwürdiges Drama zu sorgen. Ein Beispiel wäre eine besimmte Szene, die etwas mit Handschuhen und einer Königsbestie zu tun hat. Die Story ist praktisch voll von solchen rührenden Momenten. 8/10

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Charaktere:
Die Charaktere sind ebenfalls hervorgestochen, wenn auch verschieden:

Während ich Sympathien für den Imker Joun, Erin, Kiriku und die Königin hegte, konnte ich diese Zwillinge und den Hauptantagonisten gar nicht leiden. Ich will nicht spoilern, wer es ist, aber dass es einen gibt, sollte eigentlich klar sein. Auf jedenfall war er kein schlechter Antagonist, er hatte auch Charisma und zur Handlung gepasst, aber letzten Endes fand ich seine Beweggründe doch zu lasch und er war auch sehr einseitig gestaltet.

Aber die Zwillinge, Nukku und Mokku, waren noch viel schlimmer: Sie haben wirklich nur genervt, allein ihre gemeinsamen Dialoge sind mir tierisch auf die Nerven gegangen. Sie waren zwar auf ihre Art sympathisch, aber das macht ihren niedrigen Nutzen bezüglich der Story nicht wett. Das Problem war einfach, dass sie nur als Comedy Sidekicks gedient haben.

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Dafür gibt es aber auch lauter gute Charaktere, die man sehr schnell ins Herz schließt: Joun war ein verdammt sympathischer Charakter, der Erin’s Leben stark beeinflusst hat. Ich mochte seine Art und seine Hintergrundgeschichte, dementsprechend hatte ich auch Mitleid mit ihm.

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Ein weiterer guter Charakter ist Kiriku. Dieser ist ein beauftragter Attentäter, der sich den Protagonisten des öfteren in den Weg stellt und eine unheimliche Art hat. Allerdings hatte er auch eine dramatische Hintergrundgeschichte und leidete deswegen an seinen Erinnerungen. Ich konnte seine Entscheidungen immer nachvollziehen und mochte ihn sehr.

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Der vermutlich beste Charakter des ganzen Animes war Erin. Sie ist auch generell einer der besten Charaktere, die ich kenne. Ihre Entwicklungen waren einfach nur fantastisch, ständig musste sie Verluste erleiden und lernte dazu. Es war einfach nur wunderschön, mitanzusehen, wie sie vom unschuldigen, kleinen Mädchen zur erwachsenen Frau wurde. Dabei wurde ihr 50 Folgen Zeit gelassen, sodass man schön die Zwischenstufen sehen konnte. Ich könnte noch stundenlang über sie philosophieren, aber das würde die Länge der Review nur sprengen, auch wenn ich meinen Erin-Hype nur hier auslassen kann, weil den Anime ja so gut wie niemand kennt.

Selbstverständlich gilt auch hier die Standardphrase: Es gibt noch viele geniale Charaktere, die ich nicht wirklich erwähnt habe wie Ial, Lilan oder Soyon. Und ja, in diesem Anime entwickeln sich auch Tiere weiter, womit alleine die Königsbestien aus Erin qualitativ die meisten durchschnittlichen Animecharaktere in den Schatten stellen.

Generell sind fast alle Charaktere gut. Auch wenn mir der Antagonist und die Zwillinge nicht so sehr zugesagt haben, konnten mich die restlichen Hauptcharaktere doch sehr überzeugen, besonders weil sie sehr realistisch und tiefgründig gestaltet waren und ich für nahezu jeden Sympathien hegte. 8/10

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Optisches:
Hier spaltet sich meine Meinung vermutlich am meisten:

Einerseits gab es so wunderschöne Zeichnungen, Hintergründe und Symbole, andererseits waren die Animationen oft schlecht. Ich erinnere mich noch an den einen Zweikampf oder die Szene, die so aussah, als würde Erin’s Kugelschreiber Schriftzeichen zaubern. Die Animationen sind sehr langsam und man merkt oft, dass sie nicht gerade flüssig sind.

Der Zeichenstil hingegen war wunderbar. Ich habe es geliebt, wenn Legenden erzählt wurden und man die dazugehörigen Symbole gezeigt hat. Auch das Design der Königsbestien und der Touda konnte mich überzeugen. Die Charakterdesigns fielen mir auch positiv auf. Die Hintergründe wirkten zwar etwas verschwommen, aber mich hat das nie wirklich gestört, viel eher haben sie zur beruhigenden Atmosphäre beigetragen. 7/10

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Musik:
Die Musik gefiel mir fast gänzlich. Das zweite Ending fand ich nicht mehr so gut wie das Erste, aber abgesehen davon konnte mich so ziemlich jedes Musikstück packen. Besonders die zweite Version des Openings war verdammt episch und schön zugleich. Auch das erste Ending, nämlich After the Rain, war wunderschön.

Die OSTs waren ebenfalls sehr emotional, süchtig machend und haben perfekt zur Stimmung gepasst. So konnten die traurigen Szenen durch die Musik noch ein ganzes Stück trauriger werden, wodurch ich manche Szenen besser in Erinnerung behalten habe. Besonders die Szene, bei der die Opfer des Krieges gezeigt wurden, fand ich richtig rührend. Alleine wegen den OSTs kommen einem bei diesem Anime fast schon die Tränen. 8-9/10

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Fazit:
Dachtet ihr, euer Lieblingsanime ist underrated? Dann habt ihr Erin noch nicht gesehen. Das Problem ist, dass eben niemand außer mir, Shino, Raki und ein paar Amerikanern den Anime kennt und die Ratings für diesen Anime sind auch meistens sehr niedrig, weil viele den Fehler machen, ihn nicht zu beenden.

Falls ich euch ermutigen konnte den Anime anzuschauen, freut es mich, allerdings würde ich euch stark dazu raten, bis Folge 30+ durchzuhalten, und dann erst ein wirkliches Urteil darüber zu fällen.

Generell muss ich mich an der Stelle für Shinos Fanboying und Rakis (passive) Motivierung bedanken, denn ohne sie hätte ich einiges verpasst.

Erin ist ein wunderschöner, ruhiger Anime, der besonders durch das durchdachte Writing, Erin’s fantastisches Development und das gute Drama punktet. Es gibt auch das ein oder andere Thema, das zum Nachdenken anregt, wie zum Beispiel Erin’s Weltanschauung, Tiere wie Menschenfreunde zu behandeln, aber in Sachen Traurigkeit punktet der Anime doch viel eher mit tollen Charakteren, welche ein trauriges Schicksal haben. Mit einer 8/10 würde ich Kemono No Souja Erin sowohl als ein Meisterwerk als auch als einer der besten Anime überhaupt bezeichnen, er hat es sogar in meine Top 10 geschafft, weil mir einfach vieles so sehr hängen geblieben ist. Ansonsten kann ich nur noch sagen, dass ich für Diskussionen über den Anime gerne offen bin, allerdings bin ich mir noch nicht sicher, ob Spoiler in den Kommentaren erlaubt sind, bei den wenigen Leuten, die sich meine Beiträge durchlesen.

 

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Was ich mir im Moment anschaue (Teil 3)

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Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht:

Die gute Nachricht ist, dass ich richtig Lust auf Erin bekommen habe, besonders nach Folge 30 wird es richtig awesome.

Die schlechte Nachricht ist, dass ich momentan viel um die Ohren habe und eine Review zu Erin warten muss, zumal ich noch ungefähr 15 Folgen anschauen muss. Deswegen müsst ihr euch mit einem weiteren Füllartikel quälen.

Die Meisterwerke

Sekkou Boys

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Der vermutlich beste Anime, den ich je gesehen habe! Die erste Folge steckt voller Foreshadowings, tiefgründiger Themen und historisch korrekten Fakten. Auch die Charaktere sind makellos, schon in der ersten Folge haben wir dieses Mädchen, das sich für einen Manager-Job bewerben will und eine Phobie vor Skulpturen hat. Die vermutlich beste Deconstruction eines Idol-Animes! 11/10

Die guten Serien:

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Shinsekai Yori
Vor einiger Zeit habe ich diesen Anime beendet und ich muss sagen, bisher ist er mit Abstand das beste Werk von A1-Pictures. Wobei ich Fairy Tail, Sword Art Online, Nanatsu No Taizai und Ao No Exorcist jetzt nicht sonderlich gut finde. Höchstens in Magi sehe ich noch etwas Potenzial, wobei ich mich noch daran erinnere, wie die relativ gesellschaftskritische erste Hälfte leider eine schlechte zweite Hälfte bekam. Dafür soll die zweite Staffel wieder gut werden. Aber egal, bisher habe ich noch nichts von dem Studio gesehen, das an Shinsekai Yori herankommt. Leider sind die Characterdesigns und die Animationen auch typisch A1 und auch von den Charakteren stachen mir doch lediglich Squealer, der Anführer der Hornissen und der Hauptcharakter wirklich hervor. Dafür ist die Story wirklich genial. Es gibt so viele Themen und Gesellschaftskritik auf einem hohen Niveau. Zudem ist die Story auch wirklich komplex und es wird ein guter Plot aufgebaut und genial abgeschlossen. Storytechnisch kann ich mich nur über ein paar konstruierte Momente gegen Ende beklagen. Das Pacing, das viele kritisieren, fand ich nicht wirklich schlecht. Mit Texhnolyze, Monster und Erin bin ich auch an langsame Starts gewöhnt. Auch die Musik war fantastisch. Viele OSTs blieben an mir hängen und das erste Ending war einfach nur wunderschön. Diesen Anime kann ich wirklich nur ans Herz legen, auch wenn er seine Macken hat. 7/10

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Kemono No Souja Erin
Der Anime ist enorm zäh und das Pacing ist so langsam, dass es einem manchmal fast schon die Motivation rauben kann. Ob es mit dem Anime noch etwas werden kann? Oder wird die Rahmenhandlung nur am Rande behandelt und wir sehen Großteils nur Erin in der Schule? So dachte ich jedenfalls bis zu einer gewissen Stelle. Danach nahm das Niveau der Serie rapide zu, ich fing wirklich an zu suchten und es wurde stellenweise enorm spannend. Aber mehr dazu werdet ihr in meiner Review erfahren. Bis dahin ist mein vorrübergehender Score eine 7/10.

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JoJo’s Bizarre Adventure – Stardust Crusaders
Eine der besten Trashserien. Die ersten neun Folgen waren ein Enemy of the Week und wurden mit der Zeit richtig langweilig, da es immer nur dasselbe war. Als Team JoJo allerdings einen Zwischenstop in Indien gemacht hat, wurde Polnareffs Rache-Subplot näher behandelt und es gab schon eine Arc, die länger als eine Folge dauerte. Auch wenn die Charaktere richtig flach sind und es storytechnisch nichts außer Plot Holes gibt, konnte mich dieser Anime mit seiner übertrieben dämlich männlichen Art richtig gut unterhalten. Ich kann es nachvollziehen, wenn man die ersten Parts des Animes nicht mag, immerhin sind sie richtig dämlich, allerdings mochte ich genau diese übertrieben dämliche Badassigkeit, welche mich auch gut unterhalten konnte. 6/10
Achja, bald bekommt Diamond is Unbreakable seine Animeverfilmung. Dann soll der Anime auch ernstzunehmen sein.

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One Punch Man
So ziemlich jeder kennt den Anime mittlerweile. Die Geschichte eines overpowereden Helden, der jeden mit nur einem Schlag besiegt. Was mich gestört hat, waren die Build-Ups um die Antagonisten, welche sowieso von Saitama geonehitted werden. Von den Charakteren fiel mir keiner wirklich auf, und die Story ist nicht nur schlecht geschrieben, sondern auch mehr als nur unkomplett. Aber das macht nichts, denn der Anime ist eine Parodie und ich konnte oft darüber lachen. Den Heldentest und das Rangsystem fand ich am lustigsten, mit dem Hauptcharakter, der sich von ganz unten nach oben “arbeiten” muss. Auch hatte der Anime äußerst gute Animationen und die ein oder andere Referenz zu Hunter x Hunter, was mir doch sehr gefiel. Grundsätzlich würde ich den Anime als eine gute Comedyserie bezeichnen. Sie ist zwar kein richtiges Must-Watch, aber falls man gerade keine Lust oder Zeit auf etwas Anspruchsvolles hat, kann man sich den Anime antun. 6/10

Mittelmäßige und schlechte Serien gibt es momentan keine. Nach Erin werde ich mir vermutlich das kontroverse Subete Ga F anschauen, um mir endlich endlich eine Meinung darüber bilden zu können. Auch Hajime No Ippo, Aoi Bungaku und LoGH muss ich mal wieder aufnehmen.

PS: Für die, die es nicht bemerkt haben, eine Serie habe ich sarkastisch kommentiert.

Das Sport Genre

1epicpingpongSo ziemlich jeder, der Anime schaut, ist mit dem Sport Genre schon in Verbindung gekommen, sei es durch Freunde oder durch irgendwelche Hypes. Doch leider wird das Genre stark unterschätzt: Die meisten denken, Sport Anime bestehen aus irgendwelchen öden Spielen, wie in echten Sportsendungen.

Anfangs war meine Meinung dazu zugegeben nicht sonderlich viel anders. Ich meine, wenn ich bei einem 90-minütigen Live-Match fast schon einschlafe, wie soll ich dasselbe 24 Folgen lang aushalten? Dennoch habe ich den Sprung ins kalte Wasser gewagt und es nicht bereut. Im Gegenteil, Sport Anime gehören zu den am meisten süchtig machenden Anime, die ich kenne.

Obwohl ich noch einiges vor mir habe, gibt es einen Haufen Sport Anime, die ich empfehlen kann.

One Outs1oneoutsd
Einer meiner ersten Sport Anime ist One Outs. Auf den ersten Blick kann der Anime einen abschrecken, denn er handelt sich um Baseball. Und leider muss man die Grundregeln kennen. Lässt man sich darauf ein, wird man allerdings belohnt: In One Outs geht es viel mehr um Taktik und Wurfstrategien als um das Spiel selbst und der Anime macht verdammt süchtig. Zudem ist der Hauptcharakter, Tokuchi Toua, ein richtiger Badass, und zwar ein Over-The-Top-Badass. Fans von Kaiji werden den Anime sowieso lieben, da er davon inspiriert wurde. 7/10

Giant Killing1gl
Habe ich schon erwähnt, dass ich kein Fußball mag? Nun denn, Giant Killing ist mein zweitbester Lieblingssportanime. Giant Killing unterscheidet sich in mehreren Dingen vom typischen Sport Anime: Die ETU ist ein schwaches Team und gewinnt nicht ständig jedes Match, sondern muss auch viel einstecken. Die Spiele werden zuerst mit Foreshadowings aufgebaut und, wie bei One Outs, mit Taktik ausgetragen und es kommt vor allem auf die Teamarbeit an. Dabei wird auf die Probleme einiger Spieler eingegangen, was zu netten Charakterentwicklungen führt. Zudem haben mir das Ending und die meisten OSTs richtig gut gefallen. Um auch ein paar Schwächen zu nennen: Der Anime hört mitten in der Handlung auf und es gibt teilweise CGI Animationen von Quality DEEN. Nichtsdestotrotz ist es kein Fehler, den Anime anzufangen, denn an vielen Stellen fiebert man richtig mit. 7/10

Ping Pong! The Animation1pingpong
Ihr dachtet, es gibt keine Sport Anime mit einem komplexen Plot? Dann habt ihr Ping Pong noch nicht gesehen. Dieser Anime hat so ziemlich alles: Symbolik, eine gut geschriebene Handlung, geniale Charaktere und gute Musik. Ping Pong ist eine Deconstruction, welche einige nennenswerte Eigenschaften hat, eine davon ist der Hauptcharakter, dem es egal ist, ob er gewinnt oder verliert. Er will eben nur seinen Spaß haben. Leider ist auch dieser Anime nicht perfekt: Sowohl die Animationen als auch der Zeichenstil sind teilweise unerträglich schlecht. Zudem fehlt einem einfach oft das Gefühl, in spannenden Spielen mitfiebern zu können, da nahezu jedes Spiel gerusht bzw. lieblos dahergeklatscht wird. Des Weiteren sind einige Stellen etwas unglaubwürdig. Dennoch ist Ping Pong etwas für jeden, der viel Wert auf das Writing legt und selbst die oben genannten Anime nicht mag, man muss sich eben nur an den Zeichenstil gewöhnen. 7/10

Hajime No Ippo1hajimenoippo
Dieser Anime ist ein Klassiker, produziert von Madhouse. Obwohl er förmlich überfüllt von Klischees ist und Ippo kein allzu genialer Charakter ist (zumindest noch nicht), ist Hajime No Ippo mein Lieblingsanime dieses Genres. Es gibt viel Build-Up und Ippo’s Gegner sind immer gut geschrieben, denn sie haben Probleme und entwickeln sich durch die Kämpfe gegen ihn weiter. Zudem bietet der Anime spannende Kämpfe zum mitfiebern und Over-The-Top Comedy an. Auch die Musik ist gut: Die Openings musste ich mir öfters anhören und der ein oder andere OST gefällt mir auch. Leider gibt es auch Filler-Episoden, weswegen ich den Anime pausiert habe. Dennoch war das, waa ich bisher gesehen habe, richtig gut. 7/10

Kuroko No Basket1kurococksballs
Der vermutlich schwächste Anime dieser Liste. Die Charaktere sind so flach wie ein Blatt Papier und die Spiele sind teilweise richtig vorhersehbar. Das Problem ist, dass Kuroko no Basket Shonen-Elemente benutzt, welche extrem klischeehaft und unglaubwürdig eingesetzt werden. So gibt es aus dem Nichts irgendwelche Spezialattacken, die die Spiele jedesmal um 180 Grad wenden und die innere Logik kaputt machen. Außerdem gibt es viel dämlichen Fanservice in Form von weiblichen Trainern, die große Oberweiten haben und Basketballspielern, die oben ohne in der Sauna rumhängen. Aber abgesehen von den ganzen Plot Holes und Klischees, kann man mit dem Anime sehr gut mitfiebern, denn die Spiele sind Over-The-Top badass und unterhalten, weil sie eben so überzogen badass sind. Es macht einfach nur Spaß, zuzusehen, wie die Spieler Wirbelstürme erzeugen und sich auf übertriebene Art gegenseitig ausspielen. Wenn man nur auf Unterhaltung aus ist, lohnt sich KnB, allerdings sollte man den Anime zumindest bis zum ersten Match gegen Midorima anschauen, denn da geht der Anime erst richtig los. 6/10

Erwähnenswert sind noch Eyeshield 21, Ashita No Joe, Haikyuu und Inazuma Eleven, sowie oldschool Anime wie Kickers und Captain Tsubasa, welche ich noch nachholen muss.

Wir sehen also, dass es geniale, sogar komplexe, Sport Anime gibt. Mit Hajime No Ippo gibt es einen Sport Anime, der gut geschriebene Charaktere hat. Ping Pong ist storytechnisch am besten und unterscheidet sich sogar am meisten vom Genre. Dafür sind die lustlosen Animationen wirklich eine riesige Schwachstelle. Giant Killing und One Outs fokussieren sich auf Taktik und bieten eine Mischung aus Unterhaltung und Qualität an. Sie sind eben viel realistischer und besser geschrieben als Kuroko no Basket. Dafür bietet KnB Over-The-Top badass Unterhaltung an.

Und falls ich einen guten Sportanime vergessen habe, könnt ihr mir gerne einen empfehlen.

Was ich mir im Moment anschaue (Teil 2)

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Ja, ich muss einmal wieder etwas für meinen Blog machen, deswegen will ich  lieber einen weiteren Füll-Artikel schreiben als gar nichts zu tun.

Die guten Serien

Aoi Bungaku1Aoibungaku
Dieser Anime handelt sich um eine Art Neuverfilmung von alter Literatur. Die erste Arc gefiel mir sehr gut, es gab viele Symbole, Themen und Charakterentwicklung. Wenn die anderen Arcs das Niveau halten können, dann könnte es der Anime in meine Favoritenliste schaffen. 7.5/10

Giant Killing1giant_killing_02

Diesen Anime habe ich kürzlich beendet und er war einfach nur genial. Einerseits war er viel realistischer als Sachen wie Kuroko No Basket, da die Hauptcharaktere nicht jedes Spiel durch eine aus der Luft gegriffene Wendung gewinnen, andererseits gab es oft gut geschriebene Build-Ups zu den großen Matches. Diese wurden mit Taktik und Teamarbeit bestritten anstatt mit Willenskraft und Power-Ups. Die Musik gefiel mir von allen Seiten. Besonders das Ending und einige OSTs habe ich mir sehr oft angehört. Die Charaktere waren nicht wirklich tiefgründig oder irgendwie extrem gut geschrieben, aber sie hatten Persönlichkeit und waren sympathisch. Um aber auch ein paar Negative Dinge zu erwähnen: Der Anime hat mitten in der Handlung aufgehört und über die Charaktere erfuhr man nicht wirklich viel. Trotzdem zähle ich GK, zusammen mit Hajime No Ippo, One Outs und Ping Pong, zu den besten Anime des Sport Genres. 7/10

Legend of the Galactic Heroes1logh

Meine monatlichen zwei Folgen. Sonderlich viel hat sich noch nicht geändert, es war teilweise enorm unübersichtlich und an vielen Stellen gab es Erklärungsbedarf, ansonsten gibt es viel gutes Buildup, Taktik und epische Musik. Außerdem sind die Animationen teilweise echt ätzend. 6.5/10

Die mittelmäßigen Serien

Black Butler

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Irgendwie ödet mich die Serie richtig an. Die letzte monatliche Folge hatte eine enorm unglaubwürdige Charakterentwicklung und Badass Klischees. 5/10

The Melanchony of the Haruhi Suzumiya1haruhilpöWaifu Anime. Eigentlich kennt jeder Haruhi und findet es, spätestens nach der Endless-Eight, overrated. Die Charaktere sind enorm klischeehaft und der Humor trifft teilweise überhaupt nicht meinen Geschmack, aber irgendwas hat die Serie. Und hey, es gibt Bunny Girls! 5/10

Pandora Hearts1pandorahearts
Ich fasse den Plot noch einmal zusammen: Oz hat einen Pakt mit Alice geschlossen und muss ihre Erinnerungen aufdecken und herausfinden, was er angetan hat. (Aus irgendeinem Grund hasst ihn der halbe Cast.) Das klingt interessanter als es ist, denn die Serie besteht zu 85% aus öden Flashbacks oder weinenden Charakteren, die irgendwelche Enemy of the Week Kämpfe im Abyss bestreiten. 5/10

Digimon Tamers1tamers
Kindheitsserie. Anime dieser Art kann man nur mögen oder hassen. Weil mir die erste Staffel früher so sehr gefiel, wollte ich die anderen auch einmal sehen, bin dazu aber nie gekommen, bis auf einzelne Folgen. Im Grunde ist Tamers nur eine generische Kindheits-Shonenserie mit extrem guter Musik. 5/10

Die schlechten Serien

Charlotte1charlotte
Aus irgendeinem Grund musste ich den Anime anfangen und ich kann nur sagen, dass ich das schwer bereue. Pandora Hearts hatte seine Badass Momente, Charlotte ist extrem schlecht geschrieben und besteht nur aus Forced Drama of the Week mit unpassender Comedy. Zudem will dieser Anime erst gar keine Logik hineinbringen, Lolis bekommen aus dem nichts irgendwelche random Fähigkeiten (wo es am Anfang der Serie doch hieß, dass man diese erst mit ca. 13 bekommt…), mit denen sie rumspammen und sterben dann, ohne etwas Weltbewegendes getan zu haben. 3/10

So, das war es erstmal. Hajime No Ippo und Erin habe ich zu lange nicht mehr angerührt, um sie als “momentan am schauen” zu bezeichnen.

Und noch etwas: Die WordPress-App ist immer noch das Letzte!

Und noch etwas²: Ich habe vor kurzem Shinsekai Yori angefangen und es ist interessant.

Anime Review: Kuuchuu Buranko (Spoilerfrei)

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Nach einer langen Pause musste ich einmal wieder etwas für meinen Blog tun. Deswegen habe ich beschlossen, einen Anime zu reviewen, den ich kürzlich abgeschlossen habe. Ursprünglich wollte ich etwas über Nanatsu No Taizai schreiben, aber da der Anime sowieso schon sehr bekannt ist und meine Meinung darüber negativ ist, habe ich mich doch entschieden, eine Empfehlung über Kuuchuu Buranko zu schreiben.

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Story:
Doktor Irabu ist ein Psychologe, der mit seinen originellen Methoden verschiedene Patienten, welche unter psychischen Problemen leiden, behandelt. Dabei handelt sich jede Folge um einen anderen Patienten und die Story wird episodisch erzählt.

Zu Beginn musste ich mich zugegeben überwinden, einen 12-teiligen “Patient of the Week”-Anime anzufangen, was sich später jedoch mehr als nur gelohnt hat, denn Kuuchuu Buranko ist vermutlich das Maximum des episodischen Storytellings. Jede Folge hat geniale Foreshadowings und Easter Eggs. So kann es zum Beispiel sein, dass in in den ersten Folgen im Hintergrund ein Charakter ist, der in den späteren Folgen selbst ein Patient ist oder Irabu einen Gegenstand benutzt, der mit einem bereits vorgekommenen/noch vorkommenden Patienten in Verbindung steht.

Außerdem hat der Anime überraschend tiefgründige Seiten. So gibt es zum Beispiel Themen wie Handysucht oder Sehnsüchte nach irgendjemandem/irgendetwas und auf die Ursachen der Probleme wird auch eingegangen. Besonders zwei Geschichten fand ich traurig. Die gute Dramatik wird, ähnlich wie in “Welcome to the NHK”, mit einem originellen Humor gepaart, sodass man in den heiteren Szenen lachen und in den ernsteren Szenen mit den Charakteren mitfühlen kann. Zudem hat der Anime eine tiefere Message, die am Ende erwähnt wird.

Die Story hat aber auch ihre Macken, zum Beispiel hat sie keinen echten roten Faden und ist somit ein vollständig episodischer Anime, der sich auf die Geschichten der Patienten fixiert. Zudem ist Doktor Irabu der “Wunderheiler”, der andere Ärzte wie Anfänger aussehen lässt, was an manchen Stellen konstruiert wirkt.

Eine weitere Schwäche ist das wiederholende Schema, das die Story etwas vorhersehbar macht. So kann man das Gerüst nach wenigen Folgen durchschauen und sich das Ende erraten. Allerdings sorgen Irabus Methoden, der Humor und die Hintergrundgeschichten der Charaktere für Abwechslung, weswegen man die Story nicht als “langweilig” abstempeln kann.

Trotz den Macken bietet Kuuchuu Buranko für einen episodischen Anime eine wahnsinnig gut geschriebene Story mit – trotz dem wiederholenden Schema – viel Abwechslung an, die für enorm viel Unterhaltung sorgt und oft sogar interessant ist. Durch die ganzen Foreshadowings und Verbindungen der Folgen wirkt die Story lebendig. 7/10

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Charaktere:
Die Charaktere sind eine weitere Stärke des Animes. Jeder einzelne von ihnen hat eine Persönlichkeit, ein nachvollziehbares Development und ist sehr sympathisch. Der Cast ist weder zu groß noch zu klein, sodass man sich an die Charaktere gut angewöhnen kann. Ich unterscheide die Charaktere dieses Animes in zwei Sorten: Erstens, die Patienten, zweitens, Doktor Irabu.

Alle Patienten leiden unter einer psychischen Störung, was ihnen Tiefe verleiht. Im Laufe der Folgen wird auf die Hintergründe ihrer Probleme eingegangen und die Charaktere lernen, mit ihren Problemen umzugehen. Dabei gibt es teilweise enorm geniale Problemlösungen und Charaktere, die mir wegen ihren Ursachen leid tun. Generell gibt es keinen einzigen Patienten in diesem Anime, den ich hasse, aber es gibt selbstverständlich manche Charaktere, die eher weniger tiefgründig sind und manche, die es eher mehr sind.

Die zweite Sorte besteht aus Doktor Irabu und eventuell Mayumi. Ich mochte diese Charaktere wirklich sehr gerne und sie waren selbstverständlich storyrelevant, aber sie hatten leider keine Entwicklungen oder Hintergründe. An dieser Stelle war ich vom Anime etwas enttäuscht, was aber nur ein relativ kleiner Fehler ist. 

Schlechte Charaktere gibt es in Kuuchuu Buranko nicht wirklich. Obwohl ich von Mayumi und Doktor Irabu gerne etwas mehr gesehen hätte, konnten mich alle Charaktere überzeugen. 8/10

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Musik:
Das Ending hat mich dazu gebracht, den Anime anzuschauen und ist somit eines meiner absoluten Lieblingsendings geworden. Auch das Opening gefiel mir sehr. Beides passte sehr gut zu der Atmosphäre und sagte mir optisch zu. Die Endings hatten sogar Hints auf die darauf folgende Episode, ohne groß zu spoilern.

Auch die OSTs konnten mich überwältigen und passten zur Stimmung der jeweiligen Szenen. Es gab kaum OSTs, die mir nicht extrem gefielen. 9/10

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Optisches:
Was aus dem Anime sofort heraussticht, ist der Zeichenstil. Dieser ist zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig, da beim Charakterdesign Gesichter von echten Menschen und manchmal Tierköpfe benutzt werden. Allerdings gewöhnt man sich schnell daran und bemerkt, wie originell das Charakterdesign ist.

Zudem befinden sich oft bunte Kreisformen in den Hintergründen, was die Atmosphäre beeindruckend macht.

Die größte optische Schwäche sind vermutlich die Animationen. Diese geraten an manchen Stellen ins Stocken und sind generell eher langsam. 7/10

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Fazit:
Kuuchuu Buranko ist ein Juwel, das nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Was Kreativität betrifft, ist Kuuchuu Buranko vermutlich einer der besten Anime, die ich je gesehen habe. Ich hätte zwar gerne mehr über die Hauptcharaktere erfahren und der nicht vorhandene rote Faden ist zwar eine relativ große Schwäche, aber ansonsten konnte mich der Anime mit seiner einmaligen Art mehr als nur beeindrucken und ich kann ihn jedem empfehlen, der etwas gut Geschriebenes sehen will oder auf Psychological, Comedy oder Kreatives steht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dem Anime eine 7 oder eine 8 geben soll, weswegen meine vorläufige Bewertung bei 7.5/10 liegt und ich den Anime somit fast als “Meisterwerk” bezeichnen würde.

PS: Falls ihr meine Kiseijuu Review gelesen habt und verwirrt seid, wieso ich Kuuchuu Buranko mit einer 8 als “Meisterwerk” bezeichnen würde, Kiseijuu mit einer 8.5 aber nicht:
Ich habe mein Bewertungssystem geändert. Bei meinem neuen System wär Kiseijuu eine 7/10 und ich will die Bewertungen in der Review ändern, muss mir aber noch überlegen, was ich wie runtersetzen soll.

Anime Review: Fate/Stay Night Unlimited Bladeworks (mit Spoiler)

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Es ist nun soweit: Nachdem ich die erste Staffel beendet und die 12 + 1 Folge(n) analysiert habe, war diese Review mehr als nur fällig. Um eine Frage im Vorhinein zu beantworten: Ja, ich habe bei den Episodenreviews (etwas) Nitpicking gemacht. Trotzdem ändert dies nur ein paar Details in meiner Gesamtbewertung. Aber legen wir doch einmal los.

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Story:
Fate/Stay Night UBW erzählt die Story von Rin Tohsaka und Shirou Emiya, die den Krieg um den heiligen Gral gewinnen müssen, indem alle anderen Master (inklusive Shirou oder Rin) aus dem Krieg ausscheiden. Dazu müssen diese entweder sterben oder alle ihre Befehlszauber aufbrauchen. Hat man dies geschafft, kann man den heiligen Gral anfassen und sich einen Wunsch erfüllen lassen.

Daraus kann man schlussfolgern, dass es sich um einen Survival Anime handelt. Leider hat FSN UBW alle Schwächen, die ein Survival Anime haben kann: Es gibt random Treffen zwischen den Mains und Antagonisten, die Charaktere bekommen Asspulls, um nicht zu früh zu sterben oder sterben ohne irgendein Developement, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass Rin oder Emiya gewinnen und der andere von beiden lediglich seine Befehlszauber verschwenden wird usw.
Abgesehen vom Survival Setting gab es enorm viel Slice of Life, was aber nur zur Unterhaltung und nicht zum Plot beigetragen hat.

Was mich aber am meisten gestört hat, sind zwei Dinge:

Erstens: Das Pacing. In der gesamten ersten Hälfte gab es nichts weiteres als Introduction. Gut, Rider ist gestorben und Emiya hat keine Kontrolle mehr über Saber. Ansonsten wurde die Story aber null vorangetrieben und wir haben nur die Sichtweise von Emiya und Rin gesehen. Versteht mich nicht falsch, FMAB und Monster brauchen auch etwas Zeit, um in Fahrt zu kommen, aber diese Anime bauen auch eine komplexe Handlung auf. Was macht FSN? Richtig, es stellt die Master/Servants und ihre Fähigkeiten vor. Man hätte die gesamte erste Staffel locker in 3-4 Folgen packen und dafür mehr Story/Character Developement einbauen können.

Zweitens: Das Writing. Enorm viele Stellen waren extrem unglaubwürdig, vieles wurde nur am Rande oder gar nicht erklärt und man konnte nahezu immer vorhersehen, wie die nächste Episode ausgehen wird. Um etwas Gutes zu erwähnen: Es gab ein paar Foreshadowings, auf die auch eingegangen wurde. Allerdings war es extrem unglaubwürdig, wenn der Main genau zu Zeitpunkt x auf Charakter x trifft, ihn nicht besiegen kann und Charakter x sich danach wieder zurückzieht, weil Anime. Ein Beispiel wäre der Kampf gegen Illya und Berserker. Warum haben Emiya und Rin sie genau zu dem Zeitpunkt getroffen? Bis auf den Kampf hatte Illya die gesamte Staffel rein gar nichts gemacht. Und wie der Kampf gelaufen ist? Archer und Saber benutzen ihre Noble Phantasms, welche Berserker überhaupt nicht geschadet haben. Anstatt die beiden auszulöschen und ihrem Ziel näher zu kommen, zieht sich Illya lieber zurück. Außerdem waren die Stärkeverhältnisse extrem unbalanciert. Rider war so schwach wie Emiya, Berserker war durch sein Noble Phatasm unsterblich und hätte schon lange gewinnen können, Kuzuki könnte sogar Servants wie Saber besiegen und Caster könnte, wenn die anderen Teams noch lange schlafen, den heiligen Gral beschwören und sogar Berserker erledigen.

Zudem hat mich das Strorytelling gestört. Emiya und Rin sind im Vordergrund und alle anderen sind die “bösen” Typen, die die ganze Zeit im Hintergrund schlafen. Mit Ausnahme von Caster, die die Lebensenergie der Menschen in Mana umwandeln will.

Die Story hatte allerdings ein paar gute Dinge. Zum einen gibt es die erwähnten Foreshadowings und einen Buildup um Archer, zum anderen bietet sie viele Kämpfe an, die gut Unterhalten, auch wenn sie immer vorhersehbar ausgehen.

Alles in allem liegen die Hauptmackel der Story im lückenhaften Writing, dem lahmen Pacing und der einseitigen Erzählweise. Anstatt einen komplexen Plot aufzubauen, verschwendet der Anime lieber Zeit mit unnötigen Slice of Life-Einlagen und vorhersehbaren Kämpfen. 4/10

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Charaktere:
Fate/Stay Night hat genau die richtige Größe für einen Cast: Er war weder zu überfüllt noch zu klein. Allerdings gab es kaum gute Charaktere. Kirei und Archer waren interessant, ansonsten gab es nur einseitige, teilweise sogar richtig nervige Charaktere. Die ganzen Schultussen, Illya’s Butler, Emiya’s Pflegemutter(?) und Sakura haben gar nichts zum Plot beigetragen und waren nur da, wobei Sakura eventuell noch interessant werden könnte. Allerdings hat Sakura mit “Senpai” gespammt und sieht wie eine Silent aus. Aber welche Charaktere gibt es denn sonst noch?

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Archer erscheint zwar sehr eindimensional, hat aber eine Vergangenheit, die im Laufe der Geshichte aufgedeckt wird. Er meint, man soll nur für sich kämpfen, da man am Ende sowieso stirbt und hat dazu eine passende Vergangenheit, auf die hoffentlich noch mehr eingegangen wird.

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Dann gibt es Charaktere wie Rin, die man einfach nur hassen kann. Sie bietet enorm viel Fanservice an und ist ansonsten nur da, um mit Emiya geshippt zu werden. Ihre Entscheidungen sind so dämlich, dass ich mich jedesmal über sie aufrege.

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Emiya hingegen will einerseits in die Fußatapfen von Kiritsugu treten und ein weiteres Chaos verhindern, da er selbst Opfer der Macht des Grals war, wird aber andererseits immer nerviger. Er ist der Charakter, der immer nett ist und sich zugunsten anderer entscheidet. Zu Beginn fand ich seine Beweggründe noch interessant, allerdings trifft er oft enorm dämliche Entscheidungen und ist unnatürlich nett. Ansonsten würde ich ihn dem unteren Durchschnitt zuordnen.

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Saber handelt viel klüger, ist aber ansonsten sehr eindimensional. Sie ist einfach nur eine coole Kuudere, die Emiya um jeden Preis beschützen will.

Die anderen Servants und Master waren ebenfalls sehr flach. Caster ist der gierige Schurke, Kuzuki der supercoole, mysteriöse Antagonist, Berserker das hirnamputierte Muskelmonster, Illya die verwöhnte Yandere, Assassin der weise Schwertkämper und Shinji der gestörte, besessene Typ.

Die Charaktere sind insgesamt sehr flach und handeln selten nachvollziehbar. Einige haben interessante Ansätze, die aber zu sehr in den Hintergrund gerrückt werden und Charakterentwicklungen gab es bisher noch keine. 4/10

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Optisches:
Auch hier hat sich Ufotable mal wieder viel Mühe gegeben: Sowohl der Zeichenstil als auch die Animationen sind gut.

Der Zeichenstil ist sehr detailiert, kontrastreich und passt zur Atmosphäre. Während die Charaktere immer sehr schöne Proportionen haben, sind die detailierten Hintergründe immer wunderschön und passend. Das einzige, das mich dann doch gestört hat, waren Gesichter von der Seite. Abgesehen davon sagt ich den Zeichenstil zu.

Die Animationen sind sehr flüssig. Hier zeigt sich FSN UBW von der stärkeren Seite. 7/10

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Musik:
Das Ending fand ich ganz okay, das Opening mies. Die OSTs hingegen waren ganz gut und passten auch zur Stimmung. 6.5/10

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Fazit:
Ich verstehe den Hype um die Serie einfach nicht. Klar, die Animationen und der Zeichenstil sind enorm gut und auch die OSTs gefallen mir, aber story- und charaktertechnisch ist Fate/Stay Night UBW einfach nur schlecht. Es passiert nahezu nie etwas und die Charaktere treffen oftmals richtig dumme Entscheidungen, wie zum Beispiel die Mains entkommen lassen, weil Anime. Ansonsten ist die Story an vielen Stellen enorm konstruiert und lässt viele Erklärungen aus. Was Stärkeverhältnisse angeht, kassiert der Anime einen zusätzlichen Minuspunkt. Manche Servants hätten den Krieg schon längst beenden können, aber ihre Master wollen ja “ein wenig länger mit den Schwächeren herumspielen”. Ist ja nicht so, dass es um das Schicksal der Welt geht. Deswegen ist mehr als eine 5/10 nicht drinnen.

Und jetzt dürfte ich alles gesagt haben, das es zu sagen gibt. Die Frage der Woche: Wie steht ihr zu Fate?

Fate/Stay Night UBW – Episode 12

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Es ist so weit: Die letzte Folge der ersten Staffel von FSN UBW steht bevor. Und es gibt ein 10-minütiges Date.

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Danach trifft Caster (wie sie sie auch immer gefunden hat) auf Emiya’s Pflegemutter, die Kiritsugu’s Grab besucht.

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Diese benutzt sie als Geisel, während sie Emiya, Rin und Saber bei ihrer Busfahrt angreift. Caster’s Plan ist es, die Energie ihrer Opfer zu benutzen, um den Gral zu beschwören. An dieser Stelle frage ich mich, warum kein anderer Servant auf so eine Idee kommt, aber egal. Emiya, der tapfere Ritter, tut, was sie sagt und übergibt ihr kampflos seine Befehlszauber.

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Daraufhin erhält Caster die Kontrolle über Saber. Aha, ihr Noble Phantasm ist also der Rule Breaker! Das erklärt auch, wie sie zu Assassin gekommen ist, oder?

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Im letzten Augenblick kommt Archer zur Hilfe. Hat er während des gesamten Dates geschlafen? Generell hätte man das ganze Disaster verhindern können, wenn Emiya ein bisschen länger mit Caster geschwafelt oder Archer nicht gepennt hätte. Natürlich muss Team Main jetzt fliehen, da Saber nun von Caster kontrolliert wird. Dabei wird Emiya verletzt.

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Zu Hause angekommen reden Archer und Rin über Saber. Archer meint, sie von früher zu kennen. Achja, und Emiya kann sich jetzt nicht mehr so schnell heilen, da er Saber nicht mehr an seiner Seite hat.

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Inzwischen hat Caster vor, ihren Unterschlupf zu wechseln und greift Kirei an. Apropos, wisst ihr noch, was ich über ihr Noble Phantasm gesagt habe? Streicht die Theorie, denn Caster hat Assassin wirklich von selbst beschworen.

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Am Ende der Folge treffen sich noch Emiya und Rin, die meint, das Spiel sei für Emiya aus, da er kein Master mehr sei. Allerdings gibt dieser nicht auf und findet vielleicht einen Asspull, wie er sie zurückbekommen kann. Zudem hält er eine Kette von Rin in der Hand. Ist das ein Foreshadowing? Vielleicht geht der Anime in der nächsten Staffel darauf ein.

Rating:
Die Folge hat einiges erklärt und hatte sogar einen Plot Twist. Allerdings war das Date enorm unnötig und Emiya’s Entscheidung war total dämlich. Ich meine, es geht um Leben und Tod, da ist es eigentlich klar, dass es passieren kann, dass ein Gegner eine Person gefangen nimmt, die einem viel bedeutet. Und wieso schläft Archer die halbe Zeit? Ein paar Folgen zuvor konnte er Caster locker besiegen. Dass die Drei zwei Servants und einem Rudel voller Kreaturen ohne weiteres entkommen, ist auch aus der Luft gegriffen. Danach gibt es nur noch ein paar Dialoge und Caster macht noch etwas interessantes. Was ist eigentlich mit dem Familienmord, den nur das Kind überlebt hat? Wo ist Sakura die ganze Zeit? Was machen Lancer und Berserker? Ich hoffe, dass die zweite Staffel darauf eingeht. Ansonsten würde ich der Folge eine 5.5/10 geben.

Würde man jetzt nach der Summe aller Folgen bewerten, hätte der Anime bei mir jetzt eine 4.9615…/10, wobei ich den Anime vielleicht noch reviewen und genauer darauf eingehen werde.